Nr. 25

Standort:
Der Lehrpfad folgt ab Stein Nr. 24 einem schmalen Waldweg erst 18 m links nach O, dann rechts 85 m nach S bis zu einem Parallelweg zum Pfarrersteig, in den man nach links (O) einbiegt. Nach 64 m trifft man auf einen markanten Grenzstein.

Größe (in cm):
h: 76; b: 30 – 33; t: 15 – 17 (auffallend schmal!)

Inschriften und Zeichen:
Vorderseite (O): In einem umgedrehten Wappenschild (Spitze nach oben), der in dieser Form einer Mitra gleicht, die heraldischen Zeichen des Klosters St. Emmeram: Schlüssel (links) und Palmzweig (rechts). Darunter die Initialen KW für Königlicher Wald.
Rückseite (W): ---
linke Schmalseite (S): I (= 1)
rechte Schmalseite (N): ---
Oberseite: In der Mitte des W-Randes ist ein Rechteck (8x5 cm) eingemeißelt, von dem die W-Kante weggebrochen ist. Genaue Bedeutung (Eckstein nach W?) noch nicht geklärt.

Anmerkung:
Wieso der Wappenschild hier mit der Spitze nach oben eingemeißelt ist, ist noch völlig unklar. Ließ sich der Steinmetz von der Kopfform des Steines inspirieren oder sollte bewusst eine Assoziation zur Mitra und damit zur bischöflichen Gewalt der Emmeramer Äbte hergestellt werden? Die Wappenzeichen selbst sind „normal“ dargestellt. Links (heraldisch: vorne) ein Schlüssel, rechts (heraldisch: hinten) ein Palmzweig. Der Schlüssel zeigt die Verbindung des Reichsstiftes St. Emmeram zur Reichsstadt Regensburg auf, die in ihrem Wappen zwei schräg gekreuzte Schlüssel trägt. Die Schlüssel sind die Symbole des hl. Petrus, des Patrons von Stadt und Dom. Die beiden Schlüssel selbst symbolisieren die dem Petrus übertragene Binde- und Lösegewalt, die „Schlüssel des Himmelreichs“ (Mt 16,19). Bis zum Jahre 975 (St. Wolfgang) waren die Äbte von St. Emmeram zugleich Bischof von Regensburg. Der Palm- zweig ist ein Märtyrer-Attribut und erinnert als heraldisches Symbol des Klosters an den Mär- tyrertod des hl. Emmeram 652 bei Kleinhelfendorf.
Die beträchtliche Größe dieses Grenzsteines und seine Ausgestaltung als Wappenstein ist in seiner besonderen Lage und Funktion begründet. Der Stein steht an der NW-Ecke des einstigen St. Emmeramer und heutigen staatlichen Waldbesitzes. Er ist der Grenzstein Nr. 1. Von hier aus sind die Grenzsteine im Uhrzeigersinn bis 71 durchnummeriert. Diesen Schlussstein treffen wir als nächsten Grenzstein auf unserm Lehrpfad in 110 m Entfernung in Richtung S.

< zurück
weiter >